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Projekte: Natura 2000-Touren

Von Wald und Mooren geprägten Natura 2000 Gebieten

Von Offenland geprägten Natura 2000 Gebieten

Natura 2000-Touren im Westerzgebirge

Bergwiesen sind ein prägendes Landschaftselement des Westerzgebirges und ein Zugpferd für viele Touristen und Erholungssuchende. Bisher gab es aber keinerlei nähere Informationen zu diesen Naturschönheiten. Dem sollte mit der Einrichtung der Bergwiesentour „Westerzgebirge" abgeholfen werden. Dabei wurden u. a. Tourismusunternehmen, Gaststätten und das Kurbad Schlema eingebunden. Folgende Maßnahmen waren in diesem Rahmen vorgesehen:

Dieses Projekt wird von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt gefördert.

Naturraum Erzgebirge

Das Erzgebirge an der Grenze von Sachsen und Tschechien ist ein Pultschollengebirge, das vom Kamm her nach Norden hin allmählich und nach Süden hin steil abfällt. Mit 125 km Länge und 35 km Breite ist es eines der größten Mittelgebirge in Deutschland. Die höchsten Berge sind der Keilberg (1244 m), der Fichtelberg (1214 m) und der Auersberg (1018 m). Seinen Namen und seine Besiedlung ab dem 12. Jahrhundert verdankt das Gebirge seinem Erzreichtum, der dazu führte, dass es auch heute noch als das am dichtesten besiedelte der Welt gilt. Das Westerzgebirge fällt auf durch die kleineren Hochflächen und die besonders starke Gliederung, den höchsten Waldanteil und die geringsten Waldschäden. Am geologischen Aufbau sind vorwiegend Granit, Phyllit und Glimmerschiefer beteiligt. Das Klima in den Kammlagen ist rau, allerdings ist die früher gebrauchte Bezeichnung „Sächsisches Sibirien" nicht nur leicht übertrieben. Niederschlagsmengen von je nach Höhenlage leicht über oder unter 1000 mm und Jahresdurchschnittstemperaturen von um die 6 Grad haben trotzdem zu einer typischen Vegetation geführt, deren Hauptmerkmal wohl der hohe Waldanteil ist, der um die 60 Prozent liegt und in manchen Gemarkungen der Kammlagen sogar um die 90 Prozent erreicht. Es dominieren eindeutig die Fichtenmonokulturen, nur in den Höhenlagen finden sich Reste naturnaher montaner Fichtenwälder und zwischen 500 und 800 m stocken an den Steilhängen der Täler Reste von montanen Buchenwäldern, die von Natur aus den weitaus größten Teil des Erzgebirges bedecken würden. Bemerkenswert sind die wertvollen erzgebirgischen Hochmoore, vorwiegend in den Kammregionen. Die Landwirtschaft, die auf etwa einem Viertel der Fläche wirtschaftet, betreibt sowohl intensiven Ackerbau als auch intensive Grünlandwirtschaft. Mit zunehmender Höhenlage gewinnt die Grünlandwirtschaft an Bedeutung und wird extensiver betrieben. Dies geht damit einher, dass man dort noch vermehrt solche landschaftlichen Kleinode wie Bergwiesen und Borstgrasrasen findet sowie wertvolle Weideflächen. Auch die Bedeutung der Landschaftspflege wächst mit zunehmender Höhe. Sie trägt maßgeblich zum Erhalt der offenen Kulturlandschaft und seiner Elemente bei, schwerpunktmäßig zum Erhalt und zur Wiederherstellung wertvollen Grünlandes. Die Landschaftspflege hat damit auch eine große Bedeutung für das ökologische Netzwerk NATURA 2000, wie Sie an vielen konkreten Beispielen auf den Wanderungen feststellen werden.

Grenzübergreifende Natura 2000-Touren - Das bömische und sächsische Westerzgebirge als Teil des europäischen Naturerbes

Die Mitgliederstaaten der Europäischen Union besitzen ein ungemein reiches Naturerbe. Schon in den 15 Staaten des „alten Europa" gibt es mehrere Tausend Lebensraumtypen, in denen unter anderem 150 Säugetier-, 520 Vogel-, 10.000 Pflanzen- und über 100.000 Wirbellosearten leben. Durch den Beitritt weiterer 10 Staaten im Jahr 2004, darunter Tschechien, hat sich diese Bilanz noch einmal erheblich erhöht. Aber dieser Reichtum ist gefährdet. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat die Intensivierung vieler menschlicher Tätigkeiten zur Zerstörung und Zerstückelung bzw. Beeinträchtigung vieler Lebensräume und damit zu einem drastischen Rückgang vieler Arten geführt, auch von einstigen „Allerweltsarten". Einige Arten sind unwiederbringlich verloren. Wir müssen unbedingt verantwortungsbewusster mit unserem Naturerbe umgehen, von der lokalen bis zur europäischen Ebene.
Von Seiten der Europäischen Union bemüht man sich unter dem Namen „NATURA 2000" ein ökologisches Netzwerk von ausgewählten, wertvollen Gebieten zu schaffen, um die biologische Vielfalt zu erhalten. Dazu wurden zwei Richtlinien erlassen, die „Vogelschutzrichtlinie", die speziell dem langfristigem Schutz und Erhalt wildlebender Vögel und deren Lebensräumen dient. Und die „Fauna- Flora- Habitat (FFH)- Richtlinie", in der besonders gefährdete Lebensraumtypen, Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlicher Bedeutung benannt wurden, für die von den Mitgliedsstaaten Schutzgebiete ausgewiesen werden sollen.
Sowohl der sächsische als auch der böhmische Teil des oberen Westerzgebirges sind mit NATURA 2000- Gebieten reich gesegnet. Auf deutscher Seite der von den Touren berührten Region gibt es ein Vogelschutzgebiet und 8 FFH-Gebiete mit einer Gesamtfläche von etwa 8000 Hektar. In Tschechien wurde durch ein großflächiges FFH-Gebiet von knapp 12.000 Hektar, das sich in zwei Teilflächen gliedert, ein beträchtlicher Teil der Kammregion in das europäische Schutzgebietssystem integriert. Beiderseits der Grenze sind äußerst wertvolle Lebensräume zu finden, von verschiedenen Waldbiotopen, Fließ- und Stillgewässern bis zu den wertvollen erzgebirgischen Mooren und den landschaftsprägenden Bergwiesen.
Mit den grenzübergreifenden NATURA 2000- Touren wollen wir Ihnen das Angebot machen, einen kleinen Ausschnitt dieses europaweiten ökologischen Netzes am Beispiel des oberen Westerzgebirges näher kennen zu lernen, eine Region sozusagen einmal unter dem „europäischen Blickwinkel" zu betrachten. Dazu wurde mit finanzieller Unterstützung aus dem Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt neben einem Faltblatt eine gleichnamige Broschüre erstellt. Auch auf den weiteren Seiten zu diesem Projekt können Sie sich zu den Wanderstrecken informieren.
Neben den Naturschönheiten und Naturbesonderheiten gibt es selbstverständlich noch vieles mehr zu entdecken, zum Beispiel die Spuren und Zeugnisse einer sehr dramatischen und wechselvollen Geschichte. Wir hoffen, wir haben Sie neugierig gemacht und wünschen viel Freude beim Erleben dieser Region als einen Teil des europäischen Naturerbes.

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