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Projekte: Natura 2000-Touren: Wanderungen: Im Tal der Großen Bockau

Beschreibung der Wanderung

Wir beginnen mit unserer Wanderung am großen Parkplatz am Ortsende, gehen etwa 100 m in Richtung Oberwildenthal, biegen dann am Friedhof links ab und befinden uns auf dem Dorfring, dem wir immer am Waldrand entlang folgen. Von dort haben wir schöne Ausblicke auf den Ort und die zum FFH-Gebiet gehörenden Bergwiesen, die in Ausdehnung und Buntheit zu den schönsten im Westerzgebirge zählen. Bald treffen wir auf den Hanggraben, dem wir dann weiter folgen, bis wir an eine Straße kommen, die rechts zum Auersberg führt und links in den Ort zurück. Wenn wir nur den Rundweg durch Wildenthal gehen wollen, halten wir uns links. Bei Variante 2 gehen wir weiter den Hanggraben entlang, wo wir erst noch einige gute Blicke auf die steilen Hänge des Ortes werfen können, bevor wir dann den Hanggraben einige Kilometer durch den Wald begleiten, bis wir auf den Mittelflügel kommen. Hier trennen wir uns vom Hanggraben, der weiter seinen Weg in die Talsperre Sosa geht und wenden uns nach links. Schon nach wenigen Metern kommen wir an eine Wegkreuzung. Hier folgen wir dem Bärenweg in Richtung Eibenstock (blaue waagerechte Markierung). Wir kommen an unterschiedlichen Waldtypen entlang, erst reinem Fichtenwald, der dann zu Mischwald und zuletzt Buchenwald wird, je näher wir der Großen Bockau kommen. Diese überqueren wir an der Rektorbrücke und gehen nach links in Richtung Wildenthal, immer an der Groöen Bockau entlang, deren tief eingeschnittenes Flussbett sehr beeindruckend ist. Rechts liegt das Naturschutzgebiet „Große Bockau" mit sehr interessanten naturnahen Waldformationen und phantasieanregenden Felsbildungen. Nach einiger Zeit erreichen wir den Ort Wildenthal und treffen auch bald auf den Schlangenweg Richtung Auersberg (hier treffen wir wieder auf die Variante 1 der Wanderung). Wir gehen weiter geradeaus durch den Ort bis zu einem kleinen Parkplatz, vor dem wir links die Straße schräg hoch gehen. Nach einiger Zeit sind wir wieder in der freien Flur und treffen erneut auf den Hanggraben, dem wir nach alter Gewohnheit folgen, bis wir am Friedhof angelangt sind.

Beschreibung des FFH-Gebietes

Das Gebiet „Tal der Großen Bockau" ist 410 ha groß, ein überwiegend bewaldetes Kerbtal mit kleinflächigen Buchenmischwäldern und Auwaldresten, aber auch größeren Grünlandbereichen, größtenteils Bergwiesen. Im Gebiet wurden elf FFH-Lebensraumtypen festgestellt wie Hainsimsen-Buchenwälder, Schlucht- und Hangmischwälder, Fließgewässer mit Unterwasservegetation, Bergmähwiesen, mit gefährdeten Arten wie Weißtanne, Arnika, Waldläusekraut und verschiedenen Orchideen.

Hainsimsen-Buchenwälder

Ohne den Menschen würden in weiten Teilen Europas Buchenwälder das Landschaftsbild prägen. Auch das Westerzgebirge wäre, bis auf kleinere Bereiche im Kammbereich und in den höher gelegenen Tälern, wo montane Fichtenwälder stocken würden, bis auf die Moore mit angrenzenden Moorwäldern und die Auen der Fließgewässer, mit Buchenwäldern bedeckt. Stattdessen herrscht die Fichte vor, zum Teil in völlig monotonen, dunklen, unfreundlichen Beständen. Hier gibt es noch viel zu tun für den im Gang befindlichen Waldumbau. Reste von naturnahen, reich strukturierten Buchenwäldern und auch Schlucht- und Hangmischwäldern finden sich vor allem an den steilen Hängen der Täler, wie hier im Naturschutzgebiet „Große Bockau". Vorherrschende Form bei uns ist dabei der bodensaure Hainsimsen-Buchenwald, der auch als herzynischer Bergmischwald bezeichnet wird.

Schmetterlinge

Man freut sich immer wieder, wenn man diesen Wunderwerken der Natur begegnet, wie sie von Blüte zu Blüte fliegen, scheinbar schwerelos und wie zum Spaß. Dabei leisten sie Schwerstarbeit, denn neben eigenem Lebensunterhalt und Sorge für den Nachwuchs sind sie mitverantwortlich für Bestäubung und damit Verbreitung vieler Blütenpflanzen. Und das alles ist keine leichte Aufgabe im heutigen Europa, wo es „blühende Landschaften" kaum noch gibt und so sind sie gezwungenermaßen fast zu Einzelgängern geworden, die bunten Segler. Im Gegensatz dazu lassen sich auf den noch recht großflächigen Bergwiesen von Wildenthal manchmal ganze „Schmetterlingsherden" beobachten. Seltene Gelegenheiten, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Faszinierend ist es auch, sich mit dem Leben dieser interessanten Spezies zu beschäftigen. Sie bieten in ihren Entwicklungszyklen, Lebens- und Nahrungsgewohnheiten eine unglaubliche Vielfalt. Auch geübte Wanderer gibt es unter ihnen, für sie wäre die NATURA 2000-Tour bei Wildenthal ein Klacks. So kommen beispielsweise Distelfalter und Admiral aus dem Mittelmeerraum, um ihre Eier bei uns zu legen. Eine beachtliche Leistung für solch zarte Gesellen.

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Wanderstrecken

1: Bei Stützengrün
2: Am Steinberg bei Zschorlau
3: Am Filzteich bei Schneeberg
4: Im Muldetal bei Aue
5: Rund um Sosa
6: Bei Breitenbrunn

7: Im Tal der Großen Bockau

8: Bei Johanngeorgenstadt
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Streckenvarianten

1: Rundweg durch Wildenthal
(ca. 3 km / 1,5 h)

2: zusätzlich zur Variante 1 Rundweg im Tal der
Großen Bockau
(insg. ~ 12,5 km / 4,5 h)

Sehenswertes

Auersberg mit Aussichtsturm

Stadt Eibenstock mit historischem Rathaus, Kirche und Stickereimuseum

Talsperre Eibenstock

Die Bergstadt Eibenstock

www.eibenstock.de

Der Ortsteil Wildenthal

www.eibenstock.de/

Hanggraben

steile Hänge

tief eingeschnittenes Flussbett

Naturschutzgebiet „Große Bockau"

freie Flur