Projekte: Veranstaltungsreihe

„Lebendige Vielfalt vor der Haustür – Aspekte zur regionalen Biodiversität im Westerzgebirge“

Endlich war es soweit – die Auftaktveranstaltung zum Thema: „Nutzpflanzenvielfalt: James Grieve, Weizenbirne und Hauspflaume adé! Vom stillen Verschwinden unserer Nutzpflanzen!“ fand im Oktober 2018 in der Naturherberge Affalter statt. Mit Spannung erwarteten die MitarbeiterInnen des LPV Westerzgebirge e.V. jeden einzelnen Gast denn auch wenn die Werbung über Preße, Amtsblätter und Intereßentenkreis lief, war nicht absehbar, wie gut die Veranstaltung besucht werden wird. Kurz vor fünf strömten dann endlich immer mehr Besucher zur Naturherberge, insgesamt werden es 30 Teilnehmer – mehr als erwartet! Zu Beginn dieser Veranstaltung wurde der Erhalt alter Obstsorten auf der Streuobstwiese der Naturherberge Affalter durch Andreas Bochmann vom NABU Aue-Schwarzenberg erläutert (Foto: Luise Eichhorn). Anschließend hielt der Gastreferent Christoph Mann aus dem Vogtland einen intereßanten Vortrag zum Thema „Streuobstanbau im Mittelgebirge – von der Sortenwahl bis zur Verarbeitung“. Eine umfangreiche Apfelaußtellung zum Begutachten und Verkosten ergänzte die theoretischen Ausführungen.
Seit diesem gelungenen Auftakt folgten im Winterhalbjahr Veranstaltungen zu den Themen „Feldvögel im Westerzgebirge: Sind Braunkehlchen, Wiesenpieper, Bekaßine und Co. noch zu retten?“ und „Stummer Frühling? – Von den ‚schleichenden’Veränderungen in unserer Landschaft“ mit steigender Besucherzahl von über 70 Personen pro Termin! Zum Thema „Feldvögel“ wurde der dramatische Rückgang der Vögel des Offenlandes, wie Feldlerche, Kiebitz, Wiesenpieper, Braunkehlchen, Birkhuhn, Bekaßine und Rebhuhn thematisiert und der Dokumentarfilm „über-Leben Rebhuhn“ des Naturfilmers Andreas Winkler gezeigt. Beim Thema Landschaftswandel durch Nutzungsänderung wurde der damit verbundene Verlust der Vielfalt an Strukturen in der Feldflur unter die Lupe genommen und Möglichkeiten und Maßnahmen aufgezeigt, wie diese Situation verbeßert werden kann.
Anfang 2019 folgte die Veranstaltung „Zum Rückgang der INSEKTEN und was wir dagegen tun können“ mit Gastreferent Dr. Matthias Nuß, der zeigte, wie insbesondere Grundstücksbesitzer und Kommunen durch einfache, praktische Maßnahmen die Insektenvielfalt und deren Individuenzahl erhöhen können.
Besonders anschaulich war die Veranstaltung zum Thema „Flecke oder Burger? Wie spiegeln sich unsere Eßgewohnheiten in der Landschaft wider?“. Hierzu wurden die Intereßierten auf eine Reise in die Vergangenheit hinsichtlich Eßgewohnheiten mitgenommen. Was baute man früher an, was heute? Im Anschluß wurden die Unterschiede zwischen bio, regional und konventionell erzeugten Produkten erläutert und Regionalvermarkter vorgestellt um wieder mehr „Region“ auf den Teller zu bringen und regionale Kreisläufe zu fördern. Eine Handvoll eingeladener Regionalvermarkter lud die Gäste zur Verkostung ihrer Produkte ein.
Die Veranstaltung „Kräuterland Erzgebirge – Traum oder Wirklichkeit? Wie bunt sind unsere Wiesen tatsächlich?“ fand im Mai in Carlsfeld statt, wo der Botaniker Andreas Golde während einer Exkursion über das Flächennaturdenkmal „Kirchwiese“ botanische Kostbarkeiten, wie Arnika, Bärwurz, Waldläusekraut und Blutwurz, zeigte (Foto: Luise Eichhorn). Anschließend wurde noch auf die „fliegenden Schätze“, wie Wiesenpieper und Braunkehlchen, welche dank extensiver Beweidung noch dort vorzufinden sind, eingegangen.
Zum Abschluß der Veranstaltungsreihe fand am 16.09.2019 die Veranstaltung zum Thema „Bedeutung des Erzgebirges für den Erhalt des Birkhuhns in Mitteleuropa“ und Biosphärenreservate als Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung von Mensch und Natur“ in Schneeberg statt. Auch diese Veranstaltung war mit über 80 Gästen sehr gut besucht (Foto: Maik Werner).
Die Veranstaltungen sind so konzipiert, daß eingeladene Gastreferenten fachlich in das Thema einführen, während ein Mitarbeiter des Landschaftspflegeverband Westerzgebirge e.V. die Sachverhalte auf die regionale Ebene holt und mit Beispielen untersetzt. Der Großteil der Veranstaltungen findet zentral in der Stadt Schneeberg im Kirchgemeindehaus statt, während Themen mit praktischem Bezug, wie Sortenerhalt oder Bergwiesen im ländlichen Raum abgehalten werden.
Zusätzlich zur Veranstaltungsreihe gibt es ein Faltblatt, welches die Themen der Veranstaltungen aufgreift und beleuchtet. Zudem wurden 30 Poster zur Erweiterung der Wanderaußtellung „Lebendige Vielfalt vor der Haustür“ angefertigt.
Der Besuch dieser 7-teiligen Veranstaltungsreihe ist dank der Förderung über die Richtlinien „LEADER/2014“ und „Natürliches Erbe NE/2014“ im Rahmen des Entwicklungsprogrammes für den ländlichen Raum des Freistaat Sachsen kostenlos.

Gefördert durch



Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.

Die große Resonanz hat den Verband dazu bewogen die Veranstaltungsreihe fortzuführen und weitere Aspekte der biologischen Vielfalt zu beleuchten.
Kontakt: Dr. Luise Eichhorn und Matthias Scheffler, LPV Westerzgebirge e.V.
Email: luise.eichhorn@lpvwesterzgebirge.de; scheffler_matthias@t-online.de

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